Windpark Lußhardt

Im Lußhardtwald westlich der Autobahn A5 ist auf den Gemarkungen von Bad Schönborn-Langenbrücken, Kronau und Waghäusel-Kirrlach die Errichtung von 10 Windenergieanlagen geplant. Dieser Windpark soll 74 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen und damit rund 22.000 Haushalte mit Strom versorgen. Laut Investor bedeutet dies eine Einsparung von jährlich 50.000 Tonnen CO2.

Damit wir unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Zukunft ermöglichen und die Pariser Klimaziele erreichen können, ist die Reduzierung der CO2-Emissionen durch den Ausbau erneuerbarer Energien dringlicher denn je.

Für den Windpark Lußhardt werden derzeit eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt, die erforderlichen Gutachten erstellt und das Bürgerbeteiligungsverfahren ausgeschrieben. Erst danach kann die ALTUS AG einen Antrag zum Bau des Windparks stellen und das Landratsamt Karlsruhe nach ausführlicher Prüfung eine Entscheidung treffen.
Da die Umweltverträglichkeitsprüfung noch läuft, stehen die für eine Entscheidung erforderlichen Prüfungsergebnisse noch gar nicht endgültig fest.

Die bisherigen Fragestellungen sehen wir wie folgt beantwortet:

Platzbedarf im Lußhardt

Für den Bau selbst werden zunächst 10,5 Hektar Wald gerodet, 4 Hektar davon sollen vor Ort wieder renaturiert werden. 6,5 Hektar gerodeter Wald müssen während der 20-jährigen Betriebszeit dauerhaft freigehalten werden. Laut Gesetz ist diese Fläche andernorts wieder eins zu eins aufzuforsten. Die Ausgleichsfläche dafür ist bereits direkt neben dem Lußhardtwald gesichert.

Grundwasserschutz und Trinkwasserversorgung

Das Risiko einer Verunreinigung könnte während der Bauphase der Windräder bestehen, weshalb hier die betroffenen Flächen zu schützen sind. Die Fundamente der Windkraftanlagen sind jeweils 3,05 Meter tief und haben einen Durchmesser von 24,8 Meter. Sie erreichen das Grundwasser nicht. Dieses wird aus ca. 30 bis 40 Meter Tiefe gefördert. Jedes Windrad benötigt ca. 1000 Liter Betriebsöl bzw. Getriebeflüssigkeiten. Um den Untergrund vor einer möglichen Verunreinigung mit diesen zu schützen, ist ein dreistufiges Auffangsystem integriert: Erst in der Gondel selbst, dann in der Laufplattform für Monteure und schließlich im Boden in Form einer Wanne. Der Sicherheitsabstand der Anlagen zu den Trinkwasserbrunnen verhindert im Falle einer Havarie die unmittelbare Gefährdung unseres Trinkwassers. Durch die langsame Fließgeschwindigkeit des Grundwassers blieben 50 Tage Zeit zu handeln.

Infraschall

Infraschall liegt unter dem von uns Menschen wahrnehmbaren Bereich. Er wird sowohl von vielen natürlichen als auch technischen Quellen hervorgerufen und ist alltäglicher, überall anzutreffender Bestandteil unserer Umwelt. Messungen des Landes Baden-Württemberg ergaben, dass Windkraftanlagen keinen wesentlichen Beitrag zum Infraschall leisten. Wissenschaftlich abgesicherte Belege für eine nachteilige Wirkung der Windräder diesbezüglich gibt es keine (siehe Bericht LUBW).

Vögel und Fledermäuse

Es gibt Vogelschlag durch Windkraftanlagen. Um ein Vielfaches höher sind die Zahlen der Vögel, die an Glasscheiben verenden, im Straßenverkehr, sowie entlang von Bahn- und Hochspannungstrassen und durch Agrargifte und Naturzerstörung sterben. Bei vielen Vogelarten, wie z. B. dem Rotmilan, kann ein ausreichender Abstand zwischen Horst und Windrad Konflikte vermeiden. Zum Schutz von Fledermäusen können Abschaltzeiten für Windräder eingerichtet werden.

Effektivität der Windräder

Die geplanten Windkraftanlagen im Lußhardt gehören zur modernsten Generation. Sie sind gegenüber früheren Modellen um ein Vielfaches effizienter, produzieren auch bei geringeren Windgeschwindigkeiten Strom und müssen bei Sturm später vom Netz genommen werden. Intelligente Regelungskonzepte stabilisieren die Netze und sichern die Verfügbarkeit des Stroms. Die größere Nabenhöhe der Windräder verringert die Beeinträchtigung des Lebensraumes der Vögel und ermöglicht die Nutzung der konstanteren Windströme in höheren Regionen. Die erzeugte Strommenge verändert sich exponentiell zur Windgeschwindigkeit. Bei einer Verdoppelung der Windstärke steigt der Stromertrag ums Achtfache.

Sicherheit von Windkraftanlagen

Offizielle Statistiken zu Unfällen rund um Windanlagen gibt es keine. Die Versicherungspolicen für Windkraftanlagen sind vergleichsweise günstig. In Deutschland kommen auf ca. 30.000 Windräder auf der Landfläche laut dem Bundesverband WindEnergie (BEW) etwa zehn Großschäden pro Jahr. Das entspricht einer Quote von 0,00033.
Der letzte Sturm “Sabine” hatte ganz Deutschland fest im Griff und nebenbei für einen neuen Rekord bei Windstrom gesorgt. Zeitweise hat dieser rund 60 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland gedeckt.  Schäden an Windkraftanlagen sind durch den Sturm nicht aufgetreten.

Die Firma ALTUS AG hat eine Internetplattform eingerichtet, über die Sie aktuelle Informationen zum Projekt beziehen können. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fragen direkt an die ALTUS AG zu richten, die diese dann für alle beantwortet.
Die Informations- und Dialogplattform finden Sie hier.

» Miteinander für eine lebenswerte Zukunft «

2 Kommentare

  1. Alex

    Die Aspekte sollte man auch bedenken und der Öffentlichkeit unterbreiten:
    Eine kürzlich erschienene Modellanalyse liefert zudem Hinweise auf Verlust von Fluginsekten in Windparks:
    – Die Annahmen, die vor ca. 30 Jahren zu einem Verzicht auf einen Verträglichkeitsnachweis von Wind-
    kraftanlagen gegenüber Fluginsekten im Luftraum geführt haben, sind falsch: Insekten aller Art fliegen sowohl bei niedrigen als auch bei hohen Windgeschwindigkeiten in der Höhe moderner Windrotoren und werden dabei verletzt. – Die Modellanalyse beziffert die heute in Deutschland potenziell gefährdeten In- sektenmengen mit etwa 24.000 t pro Jahr, und die beim Durchqueren der Rotoren entstehenden Verluste mit mindestens 1.200 t pro Jahr bzw. 5-6 Mrd. Insekten pro Tag während der warmen Saison
    (Franz Trieb, Thomas Gerz und Matthias Geiger, Energiewirtschaftliche Tagesfragen, Heft 11, 2018,
    S. 51- 55).
    – In den kritischen Höhen zwischen 20 und 220 Metern sind im Durchschnitt neun Kilogramm Insekten pro Kubikkilometer Luft unterwegs. – In Gefahr geraten Insekten, wenn sie oberhalb von etwa 20 Metern unterwegs sind, wo sie von Rotoren erfasst werden können (Kerstin Viering, Sorgt Windkraft für ein Insektensterben?
    https://www.spektrum.de/news/verursacht-die windkraft-das-insektensterben?).

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