6 Fragen an Jürgen Kretz

Wie gut kannst du kochen und was ist deine Spezialität?

Ganz gut, wenn ich Zeit und Lust dazu habe. Meistens koche ich vegetarisch und ohne Rezept, einfach spontan mit den Zutaten, die ich gerade da habe. Wenn ich aber etwas Besonderes kochen will, dann nehme ich meistens ein Rezept, das ich auf einem meiner Auslandsaufenthalte gelernt habe. Am liebsten koche ich dann ein peruanisches Gericht, das man mit milden, orangenen Chilischoten, Hühnchen und Reis zubereitet. Es heißt Aji de Gallina, lecker!

Was ist dein absoluter Lieblingsplatz bei Dir zu Hause?

Am liebsten sitze ich an meinem Küchentisch, wo ich einen wunderschönen Blick auf eine Wiese mit Bäumen habe. Auch wenn ich Gäste habe, sitzen wir häufig nicht im Wohnzimmer, sondern den ganzen Abend in der Küche.

Was bedeutet Heimat für Dich?

Heimat ist für mich ein Ort, an den ich immer zurückkehren kann, an dem ich angenommen werde und mich wohlfühle. Wiesloch ist meine Heimat. Am Übergang zwischen Rheinebene, Odenwald und Kraichgau entdecke ich immer wieder neu, wie schön unsere Gegend landschaftlich ist. Als jüngerer Mensch habe ich das noch weniger wahrgenommen, als heute, oder einfach als gegeben hingenommen. Da die Folgen der Klimaerhitzung schon jetzt in Ansätzen vor Ort spürbar sind, müssen wir dringend das Ruder herumreißen, damit auch künftige Generationen unsere Landschaft möglichst noch so genießen können, wie wir sie heute kennen.     

Was war die beste Entscheidung in Deiner bisherigen beruflichen Laufbahn?

Die beste Entscheidung in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn war es, für zwei Jahre in die Demokratische Republik Kongo zu gehen. Im Entwicklungsministerium gilt Kinshasa als eher schwer vermittelbarer Posten. Ich habe ihn mir damals ausgesucht, weil mich die Arbeits- und Umweltbedingungen bei der Förderung von Rohstoffen wie Coltan oder Kobalt interessiert haben, die in unseren Handys oder Akkus stecken und dort gefördert werden. Dass ich dort so viele interessante, bewegende und politisch relevante Erfahrungen sammeln würde, wie es am Ende der Fall war, hätte ich aber nicht vorausgesehen.

Wie bist Du eigentlich darauf kommen für den Bundestag zu kandidieren?

Ich habe hinter den Kulissen daran mitgearbeitet, Politik zu gestalten, als Abgeordnetenmitarbeiter und als Referent im Entwicklungsministerium. Ich habe in der Zusammenarbeit mit Ländern wie Bangladesch oder dem Kongo daran mitgewirkt, dass die dortigen Regierungen beraten wurden, etwa in der Klimaanpassung, bei der Verbreitung erneuerbarer Energien oder fairerer Bedingungen beim Rohstoffabbau. Aber wenn man nur zuarbeitet, nur Gast in einem fremden Land ist oder nur beschränkt auf einzelne Hilfsprojekte handeln kann, bleibt die Wirkung beschränkt. Wenn ich aber die Dinge grundlegend verändern will, muss ich vor der eigenen Haustür anfangen. Ich möchte mich selbst dem Votum der Wählerinnen und Wähler stellen, und kann dann mit der entsprechenden Legitimität noch besser mitgestalten, wie die Rahmenbedingungen neu ausgerichtet werden sollten, hier bei uns und weltweit.

Warum ist Dir das „Lieferkettengesetz“ wichtig?

Wir haben eine Verantwortung dafür, wie sich unser Wirtschaften und unser politisches Handeln auf andere Länder und Weltregionen auswirkt, in denen Menschen unter weit schwierigeren Bedingungen leben als bei uns. Deswegen ist Entwicklungszusammenarbeit mit den Ländern des Globalen Südens wichtig, also z.B. Projekte zur Armutsbekämpfung, Verbesserung von Bildung und Gesundheit oder zum Aufbau von Infrastruktur. Noch besser finde ich es aber, wenn wir unsere Politik gleich so gestalten, dass sie sich ihrer möglichen negativen sozialen oder ökologischen Auswirkungen weltweit bewusst ist und versucht, sie von vornherein zu minimieren. Durch das Lieferkettengesetz soll sichergestellt werden, dass in globalen Lieferketten Menschenrechtes-, Sozial- und Umweltstandards eingehalten werden, z.B. Kinder- und Zwangsarbeit dadurch eingedämmt werden. Wenn wir das Lieferkettengesetz wirkungsvoll nachschärfen, kann es eine viel größere Wirkung entfalten, als viele Hilfsprojekte.






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