Ich nehme Ihnen Ihr Auto weg und überreiche Ihnen den Schlüssel für Ihr neues Fahrzeug.
Dieses Fahrzeug wird allerdings erst geplant, nach Ihren Vorstellungen konfiguriert, in Auftrag gegeben, hergestellt und steht Ihnen dann in ein bis zwei Jahren zu Verfügung. Bis dahin gehen Sie zu Fuß, fahren Fahrrad oder nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel.
Sie kämen sich zu Recht betrogen vor, oder? Denn der übliche Weg ist ein anderer: Sie erhalten Ihr neues Auto und geben danach Ihr altes ab, bestenfalls noch in Zahlung.
Dieses Bild spiegelt aber den Umgang mit den Ausgleichsflächen nach der Erweiterung der Tongrube im Brettwald:
Erst werden bis zu 60 Jahre alte hochgewachsene Bäume gefällt und erst danach setzt man dürre Stecklinge, die im hohen Gras kaum zu erkennen sind, mäßig wachsen und Jahrzehnte brauchen, bis ein wirklicher Ausgleich geschaffen ist.
Die gesetzliche Vorlage ist damit erfüllt. Der Schaden für unser Klima und die Natur ist erheblich.
Wie wäre es also, wenn bei der nächsten Erweiterung der Tongrube die Zeit bis zum Planfeststellungsbescheid genutzt würde, um den Ausgleich als erstes voran zu bringen und danach die Bäume zu fällen? Nach den bisherigen Erfahrungen mit den Erweiterungsanträgen der Tongrube gewännen die Setzlinge ein paar Jahre Vorsprung und dass die Zustimmung aller beteiligten Gremien ausbleibt, wäre unwahrscheinlich.
Und selbst, wenn doch, dann hätte die Natur einen Gewinn 😉
Und dass eine weitere Erweiterung kommt, wurde im Sommer bei der Besichtigung des Tonwerks klar kommuniziert.


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