Was nichts kostet, ist nichts wert!

So tönte es gestern abend in der Gemeinderatssitzung.
Hier fiel dieser Satz in der Diskussion um eine angemessene und realistische Nutzungsgebühr für Fahrrad-Abstellboxen am Bahnhof, über deren Anschaffung im weiteren Verlauf der Sitzung mehrheitlich entschieden wurde.

Aber: Ist das nicht das Dilemma unserer Gesellschaft? Charakterisiert dieses Mantra „Was nichts kostet, ist nichts wert!“ nicht auch die Lebenseinstellung und das Konsum-Verhalten vieler unserer Mitmenschen? Muss das wirklich so sein, und wenn ja, warum eigentlich? Wieso schätzen viele Kostenloses so wenig?

Die Natur stellt uns keine Rechnung:

  • für die Luft, die wir zum Atmen brauchen
  • für den Regen, der unsere Gewässer speist und unsere Trinkwasserversorgung gewährleistet
  • für den Wind, der Samen und Pollen verteilt, Windräder bewegt und uns Erfrischung im Sommer schenkt
  • für den Sonnenschein, der Leben auf der Erde erst möglich macht, uns erwärmt und Sonnenenergie gewinnen lässt
  • für fruchtbare Böden, auf denen unsere Nahrungsmittel gedeihen
  • für die Blumen und all die Schönheiten der Natur, die unser Herz erfreuen und und und…

Was nichts kostet, ist nichts wert! – bedeutet das dann auch:

  • Fehlende Achtung und Respekt gegenüber den Schätzen der Natur?
  • Ausbeutung ihrer Ressourcen ohne ein Denken an morgen?
  • Zerstörung unserer Lebensgrundlagen durch Abholzung von Wäldern, Verschmutzung der Flüsse und Meere, Verpestung der Luft, Vergiftung und Ausrottung vieler Tierarten etc.?
  • Und: Wer der Natur eine Stimme gibt, wird (bestenfalls nur) ausgelacht?

Was nichts kostet, ist nichts wert! – Die Klimaveränderung mit all ihren Folgen kostet uns bereits heute Unsummen!
Der Klimawandel scheint unserer Gesellschaft sehr viel wert zu sein…

"Hoffnung ist ein Geisteszustand, nicht ein Zustand der Welt. Hoffnung in diesem tiefen und machtvollen Sinn ist nicht dasselbe wie Freude, dass alles gut läuft, oder die Bereitschaft, in Unternehmen zu investieren, die offensichtlich auf Erfolgskurs sind, sondern eher die Fähigkeit, für etwas zu arbeiten, weil es gut ist." Václav Havel (1936 - 2011), tschechischer Schriftsteller, Menschenrechtler & Politiker

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