In einem Organspendeausweis kann ich für den Fall meines Todes ankreuzen, ob ich einer Entnahme widerspreche, ihr generell oder unter bestimmten Aspekten zustimme oder die Entscheidung jemand anders übertrage.

Eine Spende, bitte!

Der Charakter einer Spende ist freiwillig, zwanglos und von Herzen kommend. Um Spenden kann man bitten, sie aber nicht erwarten, pauschal voraussetzen oder gar erzwingen. Letzteres wäre Wegnehmen und damit ein Eingriff in den persönlichen Bereich eines anderen.

Im Grundgesetz wird uns Menschen das Recht auf körperliche Unversehrtheit garantiert. Zu und vor allen Eingriffen bedarf es unserer Zustimmung, auch zu Organspenden. Die von Gesundheitsminister Jens Spahn favorisierte Lösung der Organspendenkrise in der Form, dass jeder und jede erstmal zum potentiellen Organspender erklärt wird und eigeninitiativ Widerspruch erheben muss, ist man nicht einverstanden, konterkariert die “Spende”.

Um die Anzahl an Spendenwilligen zu erhöhen, bleibt also nur die Frage bzw. Bitte darum. So könnte man z. B. dann, wenn man seinen Personalausweis verlängern lassen muss oder seinen Führerschein beantragt, von Seiten der Behörde gebeten werden, sich mit dem Thema der Organspende auseinander zu setzen und seine momentan Haltung dazu kund zu tun. So bliebe die Thematik im Gedächtnis und jeder hätte in regelmäßigen Abständen auch die Möglichkeit, seine Entscheidung neu zu überdenken und eventuell auch seine bisherige Haltung zu ändern.

Unberücksichtigt bleiben hier all die anderen Aspekte, die einen Einfluß auf die Spendenbereitschaft haben:

  • Die Frage nach dem Umgang mit dem eigenen Tod, sowohl beim Spender als auch beim Empfänger.
  • Der soziale Druck, der auf den einzelnen entsteht, wenn eine allgemeine Bereitschaft durch gutgemeinte Argumente wie z. B. Nächstenliebe suggeriert wird.
  • Auch darf gefragt werden, ob wir in unserem derzeitigen Gesundheitssystem – mit einer chronischen Überlastung aller darin arbeitenden Berufsgruppen und einer in weiten Teilen erheblichen Unterbezahlung dieser – eine optimale Aufklärung und Begleitung von sowohl den Spendern und ihren Familien als auch den Empfängern und ihren Angehörigen gewährleisten können?

Eine Entscheidung, ob für oder gegen eine Spendenbereitschaft, ist nicht einfach und sollte schon deshalb nicht unter Zwang oder Druck geschehen…

Der Mensch der ZUKUNFT wird ein GRÜNER sein oder er wird nicht mehr sein!

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